• "Wenn wir behaupten, der beste Freund unseres Hundes zu sein, müssen wir die Art von Freund sein, den wir selbst gerne hätten."

    Suzanne Clothier

Der Hovawart

 

Unzählige Rasseportraits gibt es, hier folgt unsere Beschreibung:

 

Die Geschichte vom „Hund, der den Hof verwahrt“ reicht weit zurück und wird erstmals im Mittelalter erwähnt. Er ist kein Standardabziehbild, bei dem der eine dem anderen gleicht, sondern ein kraftvoller, mittelgroßer und langgestreckter Hundetyp, mit dem man eine enge Bindung eingehen muss.

Vornehmlich wird züchterisch besonderes Augenmerk auf Gesundheit, Wesensfestigkeit und Leistungsfähigkeit der Rasse gelegt. Die gefürchtete Hüftgelenksdysplasie (HD) wurde aufgrund langjähriger Selektion auf ein Minimum reduziert.

Den Hovawart gibt es in drei Farbschlägen - blond, schwarzmarken und schwarz.

Das lange Haarkleid mit wenig Unterwolle ist mit geringen Aufwand regelmäßig leicht zu pflegen, was jedoch nicht bedeutet, dass er nicht wie manch andere Hunderassen gar keine Haare verliert. Rüde und Hündin unterscheiden sich sowohl in Körperform und Körperbau als auch in Größe und Gewicht deutlich. Rüden erreichen 63-70 cm bei rund 40 Kilogramm Körpermasse, Hündinnen eine Schulterhöhe von 58-65 cm bei ca. 30 Kilogramm. Im Verhältnis zu seiner Körpergröße hat der Hovawart oftmals eine hohe Lebenserwartung, von zwölf Jahren und mehr.

Viel aufwändiger als die Pflege ist die Bewegung und Beschäftigung des Hovawartes – auch bei widrigem Wetter benötigt er diese, er ist kein Hund für bequeme Menschen. Geeignet ist er für Leute, die den ursprünglichen, mit einer Portion Eigenwilligkeit ausgestatteten Hund mögen und gerne selbst „Leithund“ sein wollen und können. Intelligenz und ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein machen ihn also zu einem schlauen, charakterstarken, aber auch treuen Begleiter.

Bis ins hohe Alter kann der Hovawart, der zu den anerkannten Gebrauchshunden zählt, mit seiner Spielfreude und Neugier in viele Bereiche des Hundesports herangeführt und je nach Eignung eingesetzt werden, auch ernsthafte Aufgaben wie Rettungs- oder Lawinendienst sind denkbar.

Die Haltung als Familienhund ist möglich, sofern auch für diesen Ausgleich in Form von ausreichend Bewegung und geistiger Herausforderung geschaffen wird, sodass er auch glücklich und zufrieden sein kann. Über körpernahe Zerrspiele im Stehen, im Sitzen und im Liegen freut sich auch er, sie fördern zudem die Bindung, mehr noch als körperferne Wurfspiele. Training, (Kopf-)arbeit, entsprechende Bewegung, große Ausflüge mit der Familie oder Wanderungen - egal was man mit ihm macht, er wird immer ein fröhlicher Hund sein, der engen Kontakt zu seinen Menschen sucht und braucht. Geschehnisse im Alltag verarbeiten Hunde im Schlaf, deshalb sind Ruhe, Erholungs- und Schlafphasen notwendig.

Zusammenfassend kann man ihn als einen großen Hund ohne jeglicher Übertreibungen beschreiben, der temperamentvoll, lernfreudig, reaktionsfähig und bei entsprechender Auslastung und in richtigen Bahnen gelenkt ein umgänglicher Hausgenosse und Freizeitpartner werden kann.

Mutig und hart kann er sein, in der Regel ist er eher feinfühligerer Natur mit sehr guten Antennen, der nie vergisst.

Er bewacht zuverlässig und beschützt in seinem möglichen Rahmen. Es ist unnötig, den Wachinstinkt frühzeitig im Jugendalter durch Aufhetzen im Eigenheim einzuleiten zu wollen, es liegt ihm sowieso im Blut und wird später ausgeprägt sein. Als Spätzünder ist die geistige und körperliche Entwicklung erst mit drei Jahren abgeschlossen. Bis dahin braucht er gutes Futter ohne Überfütterung, altersangepasste Bewegungseinheiten, eine liebevolle aber konsequente Erziehung und hundegerechte Ausbildung, die mit viel Geduld und Humor, ohne harte und rabiate Hand einhergeht. Mit klar aufgestellten Regeln wird er zu seinem „Leithund“ aufschauen und ihn auch akzeptieren, mit ihm durch dick und dünn gehen.

Ein physisch und psychisch unversehrter Hund ist zum Wohle aller.

Dass man Kinder, wegen ihrer und des Hundes Unberechenbarkeit grundsätzlich niemals allein mit einem oder mehreren Hunden zurücklässt, ist eigentlich selbstverständlich und muss nicht extra betont werden. Sie sind voreinander zu schützen. Hinsichtlich Kindern und Hunden, so auch beim Hovawart, muss an oberster Stelle die Sicherheit stehen. Dazu kann man nicht wachsam und gewissenhaft genug sein, um Vorkommnisse zu durchdenken und zu beobachten, um im richtigen Moment mitunter gezielt und schnell handeln zu können. Eifersucht kann von beiden Seiten möglich sein – Kinder können sich zurückgesetzt fühlen, wenn ein Welpe oder Junghund vorübergehend mehr Aufmerksamkeit bekommt, so auch umgekehrt der Hund, wenn die Familie größer wird und sich Nachwuchs einstellt. Hunde können Kleinkinder als „untergeordneten Mithund“ ansehen, aber auch den möglichen Futter- oder Gegenstandsneid muss man bereits im Keim ersticken und auf eine andere Weise gut und geschickt lösen. Kinder müssen unbedingt lernen, dass man Hunde, mehr noch als andere Kinder zu respektieren hat. Kinder, die überhaupt keinen Umgang mit einem Hund haben, sind mitunter ängstlich und können diesen noch weniger einschätzen und verstehen. Hunde wiederum muss man also besser erziehen - indem man ihnen Kontakt zu Kindern, am besten regelmäßig unter Aufsicht gewährt, ihnen sozusagen „Kindermanieren“ beibringt – anders, als manche Eltern es mit ihren Kindern handhaben.

Ein Hovawart kann auch mal für einige, wenige Stunden alleine bleiben, jedoch ist er, wenn er die Wahl hat, lieber eng mit seinem Besitzer oder seiner Familie zusammen. Die Unterbringung in einen Zwinger ist deshalb nicht angebracht und abzulehnen.

Einen Hovawart im Haus zu haben, ist ein schönes und beruhigendes Gefühl.